Was ist ein Motorflugzeug oder ein Ultraleichtflugzeug, und überhaupt: Wie funktioniert das alles?

WIE WERDE ICH MOTORFLIEGER*IN?

Ganz einfach: Durch die Ausbildung in unserer Vereinsflugschule. Wir bieten nicht nur den LALP(A) und den EASA-PPL-A an, sondern auch Weiterbildungen wie die Flugzeugschleppberechtigung, Nachtflug und sogar Kunstflug. Als kostengünstige Alternative bieten wir ebenfalls die Ausbildung zur Sport Pilot Licence (Ultraleichtlizenz). Wir verfügen dazu über insgesamt 7 Motorflugzeuge (Echo-Klasse) und 2 Ultraleichtflugzeuge (M-Klasse). Die Palette reicht bei den Motorflugzeugen vom gutmütigen Schulungsflugzeug, über einen rassigen Oldtimer und eine bissige Kunstflugmaschine bis hin zu modernsten Reiseflugzeugen für richtig schlechtes Wetter.  Im Sektor Ultraleicht bieten wir eine schnell zu erlernende Schulungsmaschine sowie ein ausgesprochen es Reiseflugzeug für größere Touren. Motorfliegen und Ultraleichtfliegen ist deutlich weniger zeitintensiv als beispielsweise Segelfliegen. Insbesondere in der Ausbildung läuft es so ab, dass man mit seinem Fluglehrer einen festen Termin vereinbart.

Unsere Fluglehrer nehmen sich viel Zeit für jeden Einzelnen. Foto: Simon Kohn

Wer aber fliegt bei uns? Ganz einfach: aktive Leute, die sich einer Herausforderung stellen, den Schub des Triebwerks spüren möchten oder auch schnell von A nach B kommen möchten.

 

WIE WEIT KOMME ICH MIT EINEM MOTORFLUGZEZUG? WELCHE REISEZIELE SIND MÖGLICH? WIE SCHNELL FLIEGEN ULTRALEICHTS?

Je nach Maschine variiert natürlich die Reichweite und die Reisegeschwindigkeit. Mit unserer Cessna 182T G1000 D-ELGS ist man beispielsweise in 2 Stunden in Venedig, mit der Beechcraft F33A D-EELW in 90 Minuten in Berlin oder man zieht einfach in unserem Bölkow 208B Junior D-EKDU beim Besuch eines Fliegerfestes alle Augen und Ohren auf sich. Einige unserer Maschinen sind mit einem Autopiloten ausgestattet, sodass auch längere Strecken ermüdungsfrei zurückgelegt werden können. Die Beech hat, hier nur exemplarisch genannt, eine Reichweite von mehr als 1.200 Kilometern. Bei den Ultraleicht haben wir sowohl für Kaffeeflugpiloten als auch für Streckenflieger die richtige Maschine. Startet man zunächst auf der Comco Ikarus C42B D-MUFI seine fliegerische Karriere, steht später eine Umschulung auf die 220 km/h schnelle Aerospool WT9 Dynamic D-MOJN an.

DIE TECHNIK DAHINTER

Ultraleichtfliegen ist Spaß für jede Frau und jeden Mann. Die rasante technische Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren hat nicht nur bei Luftsportlern für viel Aufsehen gesorgt. Heute hat sich die jüngste Sparte des Luftsports etabliert. Ultraleichtflugzeuge genießen einen guten Ruf als sicheres, preiswertes und umweltfreundliches Luftsportgerät.

ULs sind Luftfahrzeuge mit einer Gesamtabflugmasse von maximal 472,5 kg für Doppelsitzer. Unsere aerodynamisch gesteuerte ULs unterscheiden sich nur durch ihr Gewicht, nicht aber durch ihre Flugleistungen oder Handhabung von Motorflugzeugen.

Alle unsere Flugzeuge unterliegen einer kompromisslosen Wartung und regelmäßigen Checks. So muss ein Triebwerk beispielsweise nach 1.500 Flugstunden durch ein neues ersetzt werden; unabhängig von seinem tatsächlichen Zustand.

Motorflugzeuge sind besonders auch für raue Umgebungsbedingungen ausgelegt. Kräftiger Seitenwind, Turbulenz oder auch ein Regenschauen können den seit Jahrzehnten bewährten Konstruktionen nichts anhaben.

Ja, ich möchte Motor- oder Ultraleichtfliegen lernen. An was muss ich alles denken?

VORAUSSETZUNGEN FÜR DEN BEGINN DER AUSBILDUNG

Du brauchst nichts weiter als eine  Flugtauglichkeitsuntersuchung durch einen Fliegerarzt. Wir sagen dazu Medical Class II. Für die Ausstellung der Lizenz benötigst du später noch ein paar Passbilder, ein polizeiliches Führungszeugnis sowie die Teilnahme am einem Kurs für Sofortmaßnahmen am Unfallort. Soweit zur Theorie. In der Praxis ist es viel wichtiger, dass du mit Begeisterung an die Sache herangehst, dich auch von einem Rückschlag nicht einschüchtern lässt und regelmäßig Zeit für Flugstunden findest. Dann steht der Motor- oder Ultraleichtlizenz, nichts mehr Wege. Sehr schnell wirst du bemerken, dass sich nicht nur deine fliergerischen Fähigkeiten, sondern auch dein Allgemeinwissen und deine praktischen Handfertigkeiten schnell weiterentwickeln.

 

GIBT ES ALTERSGRENZEN?

Um ein Motorflugzeug als Flugschüler steuern zu dürfen, muss man mindestens 17 Jahre alt sein. Die Privatpilotenlizenz erwirbt man dann entweder für sogenannte Leichtflugzeuge, sie heißt LAPL(A) (Light Airoplane Pilot Licence) die in EASA-Land gilt, oder als EASA-PPL-A, die weltweit anerkannt wird. Natürlich ist es möglich, die LAPL auf eine PPL auszubauen. Den Scheinerwerb ist mir 18 Jahren möglich. Für die Ausbildung zum Ultraleichtpiloten muss man mindestens 16 Jahre alt sein. Die Lizenz bekommt man frühestens am 17. Geburtstag ausgehändigt.

WIE LANGE DAUERT ES, BIS MAN ALLEIN FLIEGEN DARF?

Die meisten Flugschüler benötigen etwa 70-100 Starts mit Fluglehrer um anschließend zum ersten Soloflug zu starten. Nach diesem prägenden Erlebnis erfolgt die weitere Ausbildung teilweise im Alleinflug. Bei durchschnittlichem Engagement hältst du nach etwa 1,5-2 Jahren die heiß ersehnte Lizenz in den Händen.

Motorflug - Es folgt eine gründliche theoretische und praktische Ausbildung mit anschließender Prüfung. Mit dem erfolgreichen Abschluss erwirbt man die Berechtigung zum Führen einmotoriger Landflugzeuge mit Kolbenmotor unter Sichtflugbedingungen. Die LAPL(A) gilt für Flugzeuge mit einem maximalen Abfluggewicht (MTOM) von 2 Tonnen und berechtigt zur Mitnahme von maximal drei Personen (Passagiere). Die PPL(A) hingegen reicht für nicht komplexe Flugzeuge bis zu einem MTOM von 5,7 Tonnen und einer maximalen Anzahl von 19 Sitzplätzen, die allerdings nicht besetzt sein dürfen. Auch darf man nicht gewerblich tätig sein, dafür kann man seine Lizenz aber auf eine Commercial Pilot Licence (CPL) erweitern. Mit weiteren Berechtigungen, beispielsweise für Kunstflug, zum Schleppen von Segelflugzeugen, für Nachtflug, Bergflug bis hin zu einer Testflugberechtigung oder dem Instrumentenflug (IFR) lassen sich diese Lizenzen ebenfalls ausbauen.

Ultraleicht - Auch hier machen wir bei der Qualität der Ausbildung keine Kompromisse. Als Scheininhaber ist man berechtigt, ULs mit einer maximalen Abflugmasse von 472,5 kg am Tage nach Sichtflugregeln zu führen. Die Lizenz kann später beispielsweise mit einer Berechtigung zum Schleppen von Bannern oder Segelflugzeugen erweitert werden.

WIE SIEHT ES MIT DER THEORETISCHEN AUSBILDUNG AUS?

Ohne Theorie geht nichts. Theorie z.B. in Luftrecht, Menschlichem Leistungsvermögen, Meteorologie oder Navigation ist Pflicht. Dabei lassen wir dich aber nicht alleine. Unsere Fluglehrer vermitteln dir mit spielerischem Geschick und viel Geduld im Winterhalbjahr die notwendigen Kenntnisse. Diese Kurse sind in der Regel kostenlos. Häufig besuchen unsere Flugschüler auch Kompaktkurse anderer Flugschulen um möglichst schnell ans Ziel zu kommen.

IST ULTRALEICHTFLIEGEN GEFÄHRLICHER ALS MOTORFLIEGEN?

Modernste Technologien und Materialien für den Bau von Ultraleichtflugzeugen in Verbindung mit sehr leisen und umweltfreundlichen Motoren bieten ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort. Alle Ultraleichtflugzeuge sind mit einem Gesamtrettungssystem ausgestattet, das den Piloten mit seinem Flugzeug im Notfall sicher an einem Fallschirm zu Boden bringt. Durch sorgfältige Aus- und Weiterbildung der Piloten wird das Risiko minimiert. Mit der notwendigen Disziplin und dem Respekt vor der Fliegerei sind die Voraussetzungen für unfallfreies Fliegen gegeben.

IST MOTORFLIEGEN BZW. ULTRALEICHTFLIEGEN TEUER?

Für die Ultraleichtlizenz sollte man etea EUR 4.000 - 5.000 veranschlagen. Beim Motorflug kommt man, je nach LAPL(A) oder EASA-PPL-A, auf EUR 5.000 - 7000. Natürlich fallen die Kosten nicht sofort nicht auf einen Schlag an, sondern verteilen sich einigermaßen gleichmäßig auf die Dauer des Ausbildung.

MUSS MAN EIN EIGENES FLUGZEUG KAUFEN?

Nein. Der Verein stellt 7 Motorflugzeuge und 2 Ultraleichts zur Verfügung. Nach entsprechender Aus- und Weiterbildung darf man alle fliegen.

GEGEN EDNE DER AUSBILDUNG

Nach etwa 1,5 Jahren wird es Ernst: es steht die theoretische Prüfung, größere Überlandflüge im Soloflug und danach die praktische Prüfung an. Die Theorieporüfung  legst du beim Regierungspräsdium in Stuttgart ab. Danach zeigst du solo auf einem 270-km-Flug, was du gelernt hast. Für die Praxisprüfung kommt ein Prüfer an unseren Flugplatz und prüft dein fliegerisches Können auf Herz und Nieren. Danach darfst du dich, nicht ohne ein bisschen Stolz, Pilot nennen und ab sofort auch Passagiere mitnehmen.

 

Und es geht noch weiter!

NACHTFLUG

In unserer Flugschule bieten wir den Erwerb der Nachtflugberechtigung für Inhaber der EASA-PPL-A an. Alle unsere Fluglehrer sind zum Schulen während der Nacht berechtigt. Die Ausbildung findet normalerweise während des Winterhalbjahrs statt und beinhaltet mindestens 5 Flugstunden, 5 Starts- und Landungen solo sowie eine theoretische Einweisung. Der Kontrast zwischen hell beleuchteten Innenstädten, unberührter Natur sowie Sonnenauf- und untergängen sorgt stets für bleibende Eindrücke.

KUNSTFLUG

 

FLUGZEUGSCHLEPPBERECHTIGUNG